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SOPHROSYNE – Und es gibt sie doch, die Intelligenz der Ruhe


„SOPHROSYNE“ ...

... ist ein künstlerisches Erkundungsprojekt der Initiative DAS SPRECH in Kooperation mit der Künstlergruppe gecko art. "sophrosyne" wird im Zeitraum März bis September 2026 durchgeführt. In partizipativen und performativen Aktionen sowie der Produktion eines Audiofeatures soll einer „Intelligenz der Ruhe“ nachgespürt werden. Gerade in Zeiten geopolitischer Umwälzungen (und deren sensationsheischende und meist lückenhafte mediale Übermittlung) kommt der Ruhe eine besondere Rolle zu. Höchsteigenes Denken ohne Ablenkung und Einflussnahme kann im Modus der Ruhe sehr wohl stattfinden. Wer auch nur ein einziges Mal einen Heureka-Moment erlebt hat und von einer genuinen Idee wie aus dem Nichts überrascht worden ist, weiß, welche visionären Entwürfe aus der Ruhe heraus entstehen können.

Siehe auch  "sophrosyne - Erkundung an den Ufern stiller Wasser
Lese-Performance: Der Moment vor dem Lächeln
Lese-Performance: Ich lebte im Oxyquarium
Lese-Performance: Ob das Universum mit der Menschheit gerechnet hatte?
Projektteaser auf cba.media "Theme of Sophrosyne"
T
hema Zeit: Achilles, die Schildkröte und Zeitstücke
Ruhepunkte: Das kleine Sophrosynergon


VIEL LÄRM UM „KI“
(((Much Ado about „AI“)))

Künstliche Intelligenz wird wohl auch in unendlich vielen Rechenschritten nicht annähernd solche Augenblicke unergründlicher Klarheit erzeugen können wie Intelligenz am Ruhepol. Wohl kann ein „künstlicher Geist ohne Seele“ mit seinen Resultaten alle Blicke auf sich ziehen und lautstark – gewiss wohlverdiente – Erfolge feiern. Nur kommt diese „Artificial Intelligence“ an stille Wasser, die bekanntlich tief sind, nicht heran.

Gut so, denn eine „Intelligenz der Ruhe“ wird nur langsam und in befriedeter Weise tätig sein können. Vielleicht ähnelt sie der speziellen Art von Fortbewegung mancher Gruppen im australischen Outback, die auf ihren Traumpfaden oft lange Pausen einlegen, damit ihre Seelen eine Chance haben, nachzukommen.



Menschen, die warten - Projekt Chrononima
Menschen, die warten. Menschen, die einfach nur schauen, hören, fühlen - fernab von Fernreisen & Co (Skizze von Walter Kreuz zum Projekt CHRONONIMA 2025).



DIE PAUSE (((Rendezvous an den Rändern der Zeit)))

Immer wieder gibt es Gegenwartspunkte, um der eigenen Seele zu begegnen - und dies zunächst in gänzlich nichtreligiösem Sinne und abseits turbokapitalistischer Vereinnahmung. Rotzfrech stoppt man die leidigen Alltags-Karusselle, hält inne und wähnt sich "an jedem Ort zu jeder Zeit". In solchen Augenblicken ist die Wirklichkeit bereit, umarmt zu werden und öffnet ihre Blätter fürs Ziehen neuer schöpferischer Kreise  (vgl. gecko art-Themenbogen Mit Feder, Luft & Linse unterwegs).

Für diese Art „Ausstieg“ braucht es keine physischen Reisen, keine Kreuzfahrten, keine Escape-Keller. Denn ein Bad in der eigenen Tiefe stellt jegliches Reisekonzept auf den Kopf. Allein eine Sekunde Selbstbeobachtung kann in Regionen führen, die auch mit Millionen Fotos nicht festgehalten, nicht geteilt, nicht mit Kommentaren versehen werden können.


Eine Zukunftsvision zum digitalen Zeitalter von Alexander Kluge:

"Vermutlich sind die Gewitterwolken der Digitalität, die Clouds, hoffnungslos abgestürzt.
Von Zetteln und aus Akten klauben die Regierungen
ihre Konzepte der Lage (...)."

Zitat aus Sektor 5 der Ausstellung "Nachts träumen die Kulissen  von ungesehenen Bildern" (Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste Wien, Februar 2026)


„SOPHROSYNE“ (((der Begriff)))

In Anlehnung an die griechische Antike trägt das Erkundungsprojekt den Titel „sophrosyne“ (σωφροσύνη). Der Begriff, der vor allem in ethischen Kontexten gebraucht wurde (und wird), beschreibt eine bestimmte Grundhaltung des menschlichen Individuums zu sich selbst. Häufige Übertragungen von „sophrosyne“ sind „Mäßigung“ oder „Besonnenheit“. Der Bedeutungsrahmen ist klarerweise um ein Vielfaches größer und ist stets aus dem geweiligen Kontext heraus zu verstehen.

Den Begriff „sophrosyne“ geprägt und verwendet haben vor allem Philosophen wie Sokrates, Platon, Zenon von Kition, Aristoteles, Epikur, Diogenes, Epiktet, Marc Aurel, Paulus, Franz von Sales, David Hume, Johann Gottfried Herder, Hannah Arendt oder Michel Foucault.

Maskenspiel 21.05.26 - Akademie der Bildenden Künste Wien

Der Moment vor dem Lächeln - Lese-Performance und Masken-Zeitlupe
in der Bibliothek der Bildenden Künste Wien am 21.05.2026 (Foto © Sarah Tasha)



NÄCHSTER TERMIN

DI, 22.09.2026, 19.00 Uhr
SOPHROSYNE - Performance, Lesung und Schlusspräsentation
RUNDPUNKT 11, Gaußplatz 11, 1200 Wien

Für die gecko art-HörspielerInnen Evelyn Blumenau und Walter Kreuz ist es der Weg zur SOPHROSYNE, der im Zeitraum Mai bis Juli 2026 über vier Performance-Stationen führte, die sich auf unterschiedliche Weise mit „Zeit“ beschäftigten. Ein Schweifen-Lassen der Sinne erfüllt die maskierten Figuren auf der Bühne. Diese umgarnen die Welt in Zeitlupe mit Kunst, Humor und Ironie – und werden zu Felsen in der Brandung. Vom Lesetisch aus tönen Fragen in den Raum. Denn SOPHROSYNE bedeutet nicht nur „Besonnenheit“ oder „Mäßigung“, sondern auch Hinterfragung des eigenen Verhaltens - in jedem sozialen Kontext.
(Eintritt frei)

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VERGANGENE TERMINE

DO, 21.05.2026, 18.00 Uhr
SOPHROSYNE – DER MOMENT VOR DEM LÄCHELN
Lese-Performance mit Masken-Z.E.I.T.L.U.P.E. und gecko art-Kunstobjekten
Bibliothek der Akademie der Bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien

SA, 06.06.2026, 19.00 Uhr
ICH LEBTE IM OXYQUARIUM
Lese-Performance, ‚Expo-Formance‘ und Buchpräsentation von Evelyn Blumenau
INGEBORG BACHMANN-RAUM im magdas HOTEL, Ungargasse 38, 1030 Wien
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des TAGS DER ORGANSPENDE

DI, 30.06.2026, 19.00 Uhr
SOPHROSYNE - OB DAS UNIVERSUM MIT DER MENSCHHEIT GERECHNET HATTE?
Lese-Performance mit Kunstobjekten, Spiel des Hörens und Diskussion
Depot - Kunst und Diskussion, Breite Gasse 3, 1070 Wien

DO, 30.07.2026, 18.30 Uhr
SOPHROSYNE - Wir begleiten die Zeit
Ein Performance-Programm mit zwei Lese-Acts, einem Zeitstück und der Installation "SU-UJARLA"
Galerie The Last Abstraction, Ottakringer Straße 23, 1160 Wien

Die Veranstaltung finden statt im Rahmen von einzelFISCHschwärmeFESTIVAL des zzoo-Vereins

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„sophrosyne“ ist eine Weiterführung der SPRECH-Projekte Grammatik der Stille (2023) und Chrononima (2025) sowie der "ZEITSTÜCKE", insbesondere der Performances Traumbilder eines Grönlandwals (2024/25) des Künsterduos gecko art (Evelyn Blumenau und Walter Kreuz), welches auch für „sophrosyne“ die Projektleitung und die künstlerische Produktionen übernimmt. „sophrosyne“ setzt sich aus partizipativen, empirischen, auditiv-textlichen, bildnerischen und performativen Modulen zusammen.

Outdoor-Projektarbeiten in progress: Über die gesamte Projektzeit hinweg wird das gecko art-Team mit schöpferisch-dramaturgische Akten des Andenkens/Bedenkens/Vordenkens im öffentlichen Raum unterwegs sein, quasi als Synchronisationen (keinesfalls „Interventionen") von Orten und Szenerien mithilfe von auditiven, textlichen und bildnerischen Kunstformaten (insbesondere: Das kleine Sophrosynergon).
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Für nähere Informationen bzw. Teilnahme an den partizipativen Projektteilen nehmen Sie bitte mit uns KONTAKT auf.


„SOPHROSYNE – Und es gibt sie doch, die Intelligenz der Ruhe“ ist ein Projekt der Initiative DAS SPRECH in Kooperation mit dem gecko art-Künstlerduo Evelyn Blumenau und Walter Kreuz.


Logozeile SOPHROSYNE

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